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Buddhistisches Glossar


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Adibuddha
skrt.; Urbuddha
Ein Adibuddha ist die Verkörperung der Leerheit (skrt. Shunyata) und existiert jenseits von Raum und Zeit. Er hat keinen Anfang und keine Ende, war immer erleuchtet und wird immer frei sein. Seine Natur ist grenzenlos frei, absolut rein, unverfälscht, ungetrübt und völlig unschuldig.

Amrita skrt.; Unsterblichkeitstrank

Bhagawati skrt.; die Erhabenen
Erleuchtete weibliche Wesen werden oft mit Bhagawati angesprochen.

Bodhisattva skrt.; Erleuchtungswesen
Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das die Erleuchtung anstrebt, aber auf das endgültige Eingehen ins Nirvana verzichtet, bevor nicht alle fühlenden Wesen befreit sind.

Chakra skrt.; Rad
Chakren sind Kraftzentren feinstofflicher Energien im Astralköpe des Menschen.

Dakini skrt.; Himmelstänzerin
Eine Dakini ist ein weibliches erleuchtetes Geistwesen, das sich in der Gesellschaft von Buddhas in den Reinen Ländern aufhält.
Sie gilt als Vermittlerin zwischen den Erleuchteten und den Menschen. Dakini heißt im Tibetischen Khadroma. Kha bedeutet Himmel, in sei­ner Unendlichkeit ein Symbol für die Leerheit (skrt.: Shunyata), "dro" bedeutet, sich fortzubewegen, und "ma" weist auf das weibliche Geschlecht hin. Die Vajra Varahi ist ein Beispiel für eine Dakini.

Dharmapala skrt.; Schützer der Lehre
Um das Dharma vor Feinden und negativen Einflüssen zu schützen, etablierte das Vajrayana zahlreiche erleuchtete Wesen als Dharma­palas. Der bekannteste ist Mahakala (skrt.: der große Schwarze). Er ist die zornvolle Erscheinungsform von Avalokiteshvara und der spezielle Schützer der Kagyüschule und des Dalai Lama.

Dharma skrt.; tragen
Es gibt verschiedene Bedeutungen dieses Begriffs.
1. Die Lehre des Buddha Shakyamuni
2. Das universelle Gesetz von Karma und Wiedergeburt
3. Objekte des Denkens
4. Die allgemeinen Phänomene (Erscheinungen der Wirklichkeit).

Drei Objekte skrt.; Trishvana
der Zuflucht, auch die Drei Kostbarkeiten genannt.
Buddha - der Erleuchtete
Dharma - seine Lehre
Sangha - die buddhistische- Gemeinde
Buddhisten in aller Welt nehmen vor ihrer Meditation Zuflucht zu den Drei Kostbarkeiten.

Erhabener Ehrentitel für Buddha Shakyamuni

Fünf Aggregate skrt.; Skandha
Bezeichnung für die fünf Merkmale, die eine Persönlichkeit ausmachen:
1. Körper (Form)
2. Empfindungsvermögen (Gefühl)
3. Wahrnehmungsvermögen
4. psychische Gestaltungskräfte (Willensimpulse)
5. Bewusstsein.

Garuda
Garuda ist ein mystisches Wesen mit einem menschlichen Flügeln und einem Raubvogelkopf.

Herzsutra skrt.: Mahaprajana-paramita-Hridaya-Sutra
Das Herzsutra ist das kürzeste einer Sammlung von vierzig Sutren wird in fast allen buddhistischen Schulen und Richtungen rezitiert.

Kalpa skrt.: Zeitalter
Weltzyklus von fast unendlicher Dauer. Um den Zeitraum eines Kalpas zu verdeutlichen, gibt es ein Gleichnis: Alle hundert Jahre kommt ein kleiner Vogel zu einem riesigen Berg und wetzt seinen Schnabel an ihm. Ist der Berg abgewetzt, ist ein Kalpa vergangen. Es heißt, dass am Ende dieses langen Zeitraums die Welt durch ein alles vernichtendes Feuer zerstört wird.

Mala skrt.: Kranz
Die Mala ist eine Gebetskette, meist aus 108 Perlen oder Knochenscheiben. Sie wird bei der Rezitation von Mantras verwendet und hilft beim Zählen der heiligen Silben.

Mandala skrt.: Kreis
Im tantrischen Buddhismus spielen symbolische Darstellungen kosmischer Kräfte eine große Rolle. Sie werden oft auf Thangkas als Mandalas dargestellt.

Mantra skrt.: Schutz des Geistes
Mantras sind besondere kraftgeladene Silben und werden den verschiedenen Erscheinungen der Buddhas zugeordnet. Die wiederholte Rezitation von Mantras spielt vor allem im Vajrayana eine große Rolle.

Mudra skrt.: Zeichen
Eine Mudra zeigt eine symbolische Geste oder Körperhaltung.

Nirvana skrt.: Erlöschen
Das Ziel jeder meditativen Praxis im Buddhismus ist das Nirvana. Es bedeutet die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten in den Sechs Bereichen.

OM AH HUNG
Die drei heiligen Silben OM, AH und HUNG spielen in verschiedenen Meditationen eine Rolle. Dabei strahlt OM weißes Licht aus und trifft auf unserer Stirn-Chakra. Es reinigt das schlechte Karma, das durch Handlungen des Körpers entstanden ist. Die Silbe AH strahlt rotes Licht aus und trifft auf das Kehlkopf-Chakra. Es reinigt das schlechte Karma, das durch falsche Rede entstanden ist. Die Silbe HUNG strahlt blaues Licht aus und trifft auf das Herz-Chakra. Es reinigt das schlechte Karma, das durch falsches Denken entstanden ist.

Orgyen skrt.: Oddiyana
Ein sagenumwobenes Land im heutigen Pakistan. Hier wurde Padmasambhava in einer Lotusblüte geboren. Orgyen ist auch die Heimat der Dakinis.

Phurba skrt.: Nagel
Es bezeichnet einen Ritual-Dolch, mit dem Dämonen bezwungen werden. Padmasambhava brachte ihn, als er der Buddhismus in Tibet etablierte, aus Indien mit. Er hat eine rasier messerscharfe Klinge und ist mit einem Vajragriff versehen.

Prajnaparamita-skrt.: vollkommene Weisheitsliteratur
Literatur:
Eine Sammlung von Mahayanatexten, welche die Verwirklichung von Weisheit zum Inhalt haben. Der bekannteste ist das Herz-Sutra (Maha- Prajnaparamita- Hridaya-Surra).

Rudra skrt.: der schrecklich Heulende
Der Dämon der Stürme und Orkane. Er ist die Verkörperung der sinnlosen Zerstörungswut. Rudra wurde von Hayagriva besiegt, als dieser sich in ein großes, Furcht erregendes Pferd verwandelte. Nach dreimaligem Wiehern ergriff Rudra die Flucht.

Samadi skrt.: Festmachen
Samadi bedeutet Meditation, Konzentration oder Versenkung.

Samsara skrt.: Wanderung
Samsara bezeichnet den Kreislauf der Existenzen. Solange nicht endgültige Erleuchtung erlangt ist, werden die Wesen. bedingt durch ihr Karma, in den Sechs Bereichen wiedergeboren. Die Sechs Bereiche sind die Bereiche der Götter, Halbgötter, Menschen, Tiere, Hungergeister und Höllenwesen.

Sanskrit skrt.: vollkommen gestaltet
Sanskrit ist die alte, heilige Sprache Indiens. Alle religiösen Schriften des Hinduismus sind in dieser Sprache verfasst. Alle Mantras. die in den Meditationen des tibetischen Buddhismus gebraucht werden, sind Sanskrit.

Sangha skrt.: Menge
Unter Sangha versteht man die buddhistische Gemeinde.

Schädelschale skrt.: Kapala
Die obere Hälfte des menschlichen Totenschädel. Sie ist entweder mit Blut oder Amrita gefüllt.

Shariputra
Einer der Hauptschüler von Buddha Shakyamuni.

Shunyata skrt.: Leerheit
Die buddhistische Lehre besagt, dass alle Phänomene, also Existierende, im Grunde leer sind. Das heißt nicht, dass Phänomene nicht existieren, aber sie bestehen nur als Erscheinungen sind also vergänglich. Alles, was erscheint, ist traumgleich, also Illusion.

Siddhi skrt.: Vollkommene Fähigkeit
Siddhis können durch die meditative Praxis von selbst entstehen durch bestimmte Übungen gezielt erreicht werden.
Im Vajrayana sind acht „gewöhnliche" Siddhis bekannt:
• Erzeugung von Amrita.
• Fähigkeit, sich blitzschnell von einem Ort zum anderen zu bewegen
• Macht über böse Geister
• Zubereitung heilender Medizin
• Besitz des Schwertes, das unbesiegbar macht
• Kraft, die Bewohner höherer Sphären zu sehen
• Fähigkeit, sich durch die Luft zu bewegen
• Fähigkeit, sich durchsichtig zu machen
Die "ungewöhnliche" Siddhi ist die Fähigkeit, Erleuchtung zu erlangen.

Sutra skrt.: Leitfaden
Die Sutras sind Texte, in denen die Lehrreden des Buddha Shakyamuni zusammengefasst sind.

Tathagata skrt.: der Vollendeteagel
Bezeichnung eines vollkommen erleuchteten Wesens. Einer der Ehrentitel von Buddha Shakyamuni.

Terma skrt.: Schatz
Es handelt sich um Dharmatexte, die von verschiedenen Meistern in Höhlen oder anderen Orten versteckt wurden, damit sie zu gegebener Zeit von kompetenten Personen wieder gefunden würden. Einer der bekanntesten Terma-Texte ist das Tibetische Totenbuch (tib, Bardo Thödol).

Tertön
Die Bezeichnung einer berufenen Person, die einen Terma-Text wieder findet. Oft wird diesem „Scharzfinder" der Aufbewahrungsoft der Terma im Traum oder während der Meditation von erleuchteten Wesen gezeigt.

Thangkas
Thangkas sind im tibetischen Buddhismus gebrauchte Rollbilder. Sie sind in Brokat eingefasst und stellen in der Regel erleuchtete Wesen dar. Sie dienen als Visualisationshilfe, und vor ihnen werden Opferungen ausgeführt. Einige Thangkas, vor allem solche, auf denen wertvolle Erscheinungen dargestellt sind, bleiben zugedeckt und werden nur zu bestimmten Zeiten gezeigt.

Vajra skrt.: Diamant
Die Bezeichnung Vajra kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt: Diamant. Im Tibetischen heißt dieser Kultgegenstand Dorje. Er ist ein Sinnbild für die Leerheit (skrt. Shunyata) die gleich einem Diamanten als unzerstörbar gilt. Die Qualitäten des Absoluten, makellose Reinheit und Durchsichtigkeit wird auf den Vajra sinnhaft übertragen. Im Ritus des Mahayana - Buddhismus spielt der Vajra eine hervorragende Rolle und fehlt in Verbindung mit der Glocke (Gantha) bei keiner Zeremonie. Die Silbe Vajra taucht auch bei einigen Namen von Buddhas auf. So beim Buddha der Reinigung Vajrasattva und dem zornvollen Dharma- Schützer Vajrapani.

Vajrayogini skrt.: Dorje Naldschorma
Eine andere Form der Vajra Varahi. Sie unterscheidet sich von dieser nur dadurch, dass sie anstelle der frisch abgeschlagener Menschenköpfe einen Kranz aus getrockneten Totenschädeln als Schmuck trägt. Sie hat ein wunderschönes Gesicht und erscheint als sechzehnjähriges Mädchen.

Windpferd skrt.: Lungta
Ein mystisches Wesen, das, obwohl es keine Flügel hat, durch die Lüfte reitet. Oft wird es mit drei Juwelen im Sattel abgebildet. Diese symbolisieren die Einheit von Buddha, Dharma und Sangha.

Yab-Yum Vater-Mutter
Buddhas werden auf Thangkas oft in geschlechtlicher Vereinigung mit einer Partnerin dargestellt. Dies symbolisiert die Einheit von Methode (männlich) und Weisheit (weiblich).

Yak
Eine Rinderart, die in den Hochländern Zentralasiens vorkommt. Die Tiere werden bis zu zwei Meter hoch und drei Meter lang. Ihr braun-schwarzes Fell hängen in langen Zotteln herab.

Yamantaka skrt.: der den Tod besiegt
Auf Abbildungen hat Yamantaka einen Büffelkopf. In den Händen hält er ein Hackmesser sowie eine mit Blut gefüllte Schädelschale.

Yeshe Tsogyel skrt.: Prinzessin des Weisheitssees
Sie wird in Tibet als Dakini verehrt und ist die tantrische Gefährtin von Padmasambhava sowie die Verfasserin seiner Biographie. Sie wird auf Thangkas oft an der Seite von Padmasambhava zusammen mit der Prinzessen Mandarava abgebildet.

Zwischenzustände skrt.; Bardo
Unter Zwischenzuständen sind jene Erlebnisbereiche zu verstehen, die zwischen dem Tod und der Wiedergeburt liegen. Sie werden im Bardo Thödol, dem tibetischen Totenbuch, beschrieben.


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